Lösungen

OP-Umbau im laufenden Betrieb Luftdicht verpackt

So manche OP-Abteilung bräuchte nicht nur dringend ein technisches Update, sondern auch funktional optimierte Raumstrukturen. Oft jedoch ist der vollständige Neubau eines OP-Bereiches aufgrund der vorhandenen Gebäudestrukturen weder möglich noch sinnvoll. Umbaumaßnahmen wiederum werden gern auf die lange Bank geschoben – schließlich müssen OPs rund um die Uhr einsatzbereit sein. Dabei können OP-Umbauten im laufenden Betrieb und in mehreren Bauabschnitten bei sorgfältiger Planung reibungslos funktionieren.

Intensive Kommunikation

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Zahlreiche Projekte haben gezeigt, dass es im Vorfeld vor allem darum geht, die Bedürfnisse möglichst aller Beteiligten zu berücksichtigen. Intensiver Austausch ist daher das A und O jeder erfolgreichen OP-Sanierungsmaßnahme.

Unsere Architektinnen und Architekten verfügen über ein hohes Verständnis der medizinischen Abläufe, um zielgerichtete Gespräche mit Nutzenden, dem Pflegepersonal und den beteiligten Ärztinnen und Ärzten führen zu können.

 

„Das Ziel eines OP-Umbaus sollte es sein, ungünstige Raumstrukturen aufzubrechen, um die besten Lösungen zu finden.“ – Florian Krampe.

Während der gesamten Baumaßnahmen halten wir die enge Kommunikation mit den Bauherrinnen und Bauherren sowie dem OP- und Hygiene-Personal aufrecht. Dazu zählen frühzeitige Absprachen von Terminen ebenso wie das Anmelden von zu erwartenden Störungen der OP-Prozesse. Lassen sich Belästigungen durch Lärm oder Vibrationen nicht vermeiden, taktet unsere Bauleitung diese in die Randzeiten des OP-Betriebs ein.


„Mit einem kommunikativen ‚Not-Aus‘-Knopf kann das OP-Personal die Baumaßnahmen aus medizinischen Gründen jederzeit stoppen.“ – Jürgen Schmidt

Wochenend- und Nachtarbeiten, erhöhte Hygieneanforderungen und Baustopps aufgrund medizinischer Notwendigkeit sollten von Anfang an im Zeit- und Kostenplan berücksichtigt werden.

Jederzeit betriebsbereit

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Die Herausforderung ist es, alle nötigen OP-Einrichtungen jederzeit mit möglichst geringen Einschränkungen vorhalten zu können. Daraus ergeben sich mehrere, oft kleine Bauabschnitte, die im Vorfeld sorgfältig durchgeplant und aufeinander abgestimmt werden.

Rund um die Uhr gilt es, den Fluss des Materials, des Personals und der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten und vollkommen von den Bauarbeiten abzuschotten.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, hilft von Anfang an eine möglichst gute Bestandsaufnahme. Dazu gehört auch, mögliche Schadstoffe zu beproben und Gutachten, beispielsweise zum Brandschutz oder zur Hygiene, einzuholen.


Nicht selten werden pro Bauabschnitt nur wenige Räume auf einmal saniert oder Funktionen an anderer Stelle interimsweise untergebracht. Dies gilt für die Anzahl der verfügbaren Säle ebenso wie für Aufwachbereiche oder die Ver- und Entsorgung.

Unsichtbare Handwerker

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Die Umbauten werden stets in mehreren Abschnitten, teils mit wechselnden Baustelleneinrichtungen und Zugängen durchgeführt. Sogenannte „OP-Tunnel“ schützen medizinisches Personal sowie Patientinnen und Patienten in dieser Zeit vor baulichen Einschränkungen. Auf diese Weise ist das Nebeneinander von hochsensibler Medizin und Baustelle durch eine rigorose luft- und staubdichte Abschottung möglich.

Provisorische, desinfizierbare Staubwände aus Holzwerkstoffen oder Gipskarton werden mit entsprechenden Anstrichen vom Fußboden bis zur Rohdecke errichtet. Fugen werden sorgfältig abgedichtet. Wo es durch Leitungen oder Lüftungskanäle zu eng wird, kann auch mit Folien und Klebebändern gearbeitet werden. Ein Druckgefälle mit einem Überdruck aus dem OP-Bereich in Richtung Baustelle sorgt für zusätzliche Sicherheit. Es wird mittels Blower-Door-Test vor Beginn der Arbeiten kontrolliert und regelmäßig überprüft.

Für Handwerk-Teams und Materialien gilt eine strikte Trennung vom Klinikbetrieb. Der Baustellenzugang erfolgt häufig von außen über Gerüste und Schwerlastbühnen, durch vorhandene Notausgänge, Fenster oder extra geschaffene Einbringöffnungen für größere medizinische Geräte. Sollte es für bestimmte Arbeiten doch einmal nötig sein, Handwerker in den OP-Bereich einzuschleusen, sind verpflichtende Hygieneschulungen und eine Einweisung durch Klinikpersonal sinnvoll.

Strukturen verbessern

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Funktionale Optimierungen stehen bei allen Sanierungsmaßnahmen ganz oben auf der Agenda. Ungünstige Raumstrukturen, die sich im Laufe der Jahrzehnte in Kliniken gebildet haben, sollten überdacht und hinterfragt werden.

 

Skizze OP-Umbau

Kurze und klare Wegeführungen für das medizinische Personal gehören zu einer zeitgemäßen OP-Architektur. Sie müssen mit den Arbeitsabläufen übereinstimmen und sich im Grundriss abbilden. 

Licht und Akustik sind weitere wesentliche Bestandteile einer optisch ansprechenden Gestaltung und Qualität neuer OP-Räume. Dies gilt vor allem für das medizinische Personal. Zu empfehlen sind hochwertige Oberflächen, ruhige Akustik und gutes Licht, sei es durch Tageslicht oder bessere künstliche Beleuchtung. Sie sind die entscheidenden Aspekte für ein attraktives Arbeitsumfeld. Wir empfehlen, wenn möglich, sogar OP-Säle an die Fassade eines Gebäudes zu legen, um OP-Teams natürliche Belichtung und Sichtkontakt nach außen zu ermöglichen.