Kreiskrankenhaus St. Anna Höchstadt

Presseartikel: „Operation an 2 Fronten“

Während Krankenhaus-Ausschuss das Defizit diskutiert, läuft die
Sanierung
Hohe Defizite innen, tiefe Bohrlöcher außen: Das Kreiskrankenhaus St.
Anna war gestern Thema bei einer Ausschusssitzung im Höchstadter Landratsamt und auf der
Straße, wo sich wegen der Bauarbeiten der Verkehr staute.
HÖCHST ADT- Die Krankenakte liegt auf dem Tisch. Fast 1,4 Millionen Euro Defizit sieht der
Wirtschaftsplan 2017 für das Kreiskrankenhaus voraus. Operiert wird der Patient aber gerade an
einem anderen Ort. Im Innenhof von St. Anna hat ein riesiger Kran damit begonnen, 62
Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 60 Zentimeter in den Boden zu rammen. Sie dienen als
Sicherung der Bestandsgebäude, wenn in den nächsten Wochen die neue Intensivstation entsteht.
Die Sanierung des Hauses – ein Eingriff am offenen Herzen – kostet wie berichtet knapp 18
Millionen Euro. Sie soll das Krankenhaus fit machen für die Zukunft. Denn die Zahlen sehen zwar
erst mal schlecht aus, trotzdem schreitet der Genesungsprozess voran. „Sehr bemerkenswert für
ein kleines Krankenhaus“ ist laut Landrat Alexander Tritthart der Umsatzsprung von weit über 1,5
Millionen Euro. Er sei möglich durch die Orientierung zu einer breiten Grundversorgung und
durch „Leistungsmehrung“. ·
Bessere Medizintechnik
Aber warum sind die Zahlen für 2017 dann am Ende immer noch tiefrot? Tritthart erklärt das im
Ausschuss mit bundespolitischen Vorgaben, die Abschläge auf Mehrleistungen vorsehen. Diese
schlagen im Wirtschaftsplan mit 900000 Euro zu Buche. Rechnet man sie raus, liegt der
Fehlbetrag bei einer halben Million und damit nach Trittbarts Meinung „in einem Bereich, der
zweifelsfrei die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen belegt“. Das Krankenhaus ist seit
Jahren defizitär.
Das aktuelle Ergebnis, meint der Landrat, sehe ohne die Umstrukturierung mit Mehrleistungen
noch sehr viel schlechter aus. Als zweite „Stellschraube“ bezeichnet er die Medizintechnik, die
sich beispielsweise mit einem neuen MRT, einem Ultraschallgerät und einem OP-Mikroskop
bereits verbessert hätte.
„Doch der ganz große Technik-Sprung folgt erst noch.“ Tritthart meint die Sanierung und den
Neubau einer Intensivstation, die der Bohrkran im Innenhof gerade weiter vorantreibt.
Als das schwere Gerät am Donnerstag anrückte, bewies der Fahrer große Künste beim
Manövrieren in den Innenhof hinein, so dass sich der Verkehr in der Bamberger und der
Rothenburger Straße zwar kurz staute, aber nicht so massiv gestört wurde, wie iunächst
angenommen.
Die Bohrarbeiten werden laut Bauleiter Richard Leipold in 14 Tagen abgeschlossen sein, dann
folgt der Aushub für den Erweiterungs bau, der die Intensivmedizin beherbergen soll. Ab Januar
beginnen dann die Betonarbeiten.
„Da müssen wir jetzt durch“, sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (Freie Wähler) im
Ausschuss. „Wir sind in einer Umbruchsituation.“ Damit meint er nicht nur die Baustelle, sondern
auch die finanzielle Situation. Trotzdem sei der Erhalt und die Modernisierung des Krankenhauses
„eine richtungsweisende Entscheidung für den ländlichen Raum.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt
Hans Lang. „Die Beträge sind natürlich kräftig“ meint er mit Blick auf das Defizit. Den jetzigen
Wirtschaftsplan, den die Ausschussmitglieder dann einstimmig an den Kreisrat weitergaben,
könne die CSU mittragen.
Als dritte „Stellschraube“ nennt der Landrat noch die Organisation. Das begonnene
Qualitätsmanagement werde ausgebaut, der neue Chefarzt Dr. Martin Grauer stehe für positive
personelle Veränderungen.
C. FREILINGER/P. NEUDÖRFER

 

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HERZOGENAURACH/HÖCHSTADT UND UMGEBUNG